Tageszeichen: Nordamerikanische Astrologie aus dem alten Mexiko – Taschenbuch
von Bruce Scofield (Autor)
Es ist wirklich bedauerlich, dass Fortschritt in den Augen mancher auch die Zerstörung der Vergangenheit bedeutet. Die Verbrennung der Bibliothek von Alexandria vor 1.600 Jahren und die heutige Zerstörung antiker Monumente durch religiöse Fanatiker sind Beispiele dieser Haltung. Ein weiteres Beispiel ist die nahezu vollständige Auslöschung der Schriften und mündlichen Überlieferungen der Zivilisationen Amerikas. Für Astrologie-Interessierte mag es überraschend sein zu erfahren, dass die Maya und Azteken des alten Mexiko und Mittelamerikas ein umfassendes System von Zeichen und Zyklen entwickelt hatten, von dem sehr wenig in der indigenen Bevölkerung bis heute überlebt hat. Verlockende Fragmente dieses astrologischen Systems existieren zwar, aber es fehlen viele Teile. Eine Sache ist jedoch bekannt, und das ist die zentrale Rolle der 20 benannten Tage, die als Tageszeichen bezeichnet werden. Die Rekonstruktion und Neuinterpretation dieser symbolischen Bilder ist Gegenstand dieses Buches, das nun in einer neuen Auflage erscheint, die die neuesten Erkenntnisse des Autors enthält. Die 20 Tageszeichen sind wie ein Tierkreis – ein Entwicklungszyklus, der verschiedene Stadien vom Ursprung bis zur Vollendung durchläuft. Jedes der Tageszeichen hat unterschiedliche Eigenschaften, und während die 20 Zeichen den Kalenderdaten zyklisch folgen, bewegen sie sich mit einem sekundären Zyklus von 13 Zahlen, die die Bedeutungen vertiefen. Schließlich, nach 13 Zyklen der 20 Tageszeichen und 20 Zyklen der 13 Zahlen, beginnt der größere Zyklus, von den Maya Tzolkin und von den Azteken Tonalpouhalli genannt, von neuem. Dieser 260-Tage-Zyklus ist der Kern der alten Astrologie Amerikas, und sein Verständnis ist eine Voraussetzung, um die anderen Komponenten des Systems zu erfassen. Hier, in diesem Buch, findet sich eine moderne Interpretation jedes Zeichens, übersetzt von einer alten Denkweise in die gemeinsame Realität der Gegenwart. Auch wenn die Wiederentdeckung der alten nordamerikanischen Astrologie bei Weitem nicht vollständig ist, werden die Leser die in „Tageszeichen“ präsentierten Interpretationen als frappierend und höchst vielsagend empfinden, dass etwas Bedeutendes über Variationen in der menschlichen Persönlichkeit vor langer Zeit in einer fremden Kultur entdeckt wurde – und dass es immer noch relevant ist. „Tageszeichen“ ist ein Buch über eine alte Typologie, über die Studenten der Astrologie und alter Zivilisationen etwas wissen sollten.