Die Salbe des Teufels: Eine Geschichte der Unguenten in der europäischen Magie und Hexerei – Taschenbuch
von Corinne Boyer (Autorin)
In den historischen Aufzeichnungen der europäischen Hexerei war einer der berüchtigtsten Vorwürfe gegen die Angeklagten die Verwendung einer magischen Salbe, um die Fähigkeit zum nächtlichen Flug zu erlangen. Auf den Körper gerieben, so hieß es, sei sie aus giftigen Kräutern, Tieren und schädlichen Bestandteilen wie Menschenfett zusammengesetzt und könne der Hexe über große Entfernungen das „Reisen“ ermöglichen. Der Legende nach wurde die Salbe oder die Anweisungen zu ihrer Herstellung der Hexe direkt vom Teufel selbst inmitten ihrer rasenden Sabbatfeste überreicht. Trotz der Beständigkeit dieser Merkmale der Hexensalbe in der Überlieferung waren tatsächliche Rezepte dafür selten und oft spekulativ.
Zunächst die Obsession klerikaler und juristischer Autoritäten, dann der Schriftsteller über Naturmagie, verwirrte die Salbe die Forscher bis weit in die Aufklärung hinein. In jüngerer Zeit ist sie zum Faszinosum pharmakologischer Spekulation, Psychologie, entheogener Theorie und okkulter Experimente geworden. Trotz der Neugier, die sie über die Jahrhunderte hinweg geweckt hat, bleibt das Geheimnis der Hexensalbe bestehen.
Mit einem dringend benötigten Ansatz der Pflanzenkunde und Volksmagie untersucht The Devil's Ointment die Hexensalbe im Kontext des breiteren historischen Gebrauchs magischer Unguente und Fette, wobei über die Hexerei hinaus auch übernatürliche Kontexte berücksichtigt werden. Ergänzt wird dies durch den zusätzlichen Untersuchungsstandpunkt der Volksmedizin, die viele der der Salbe zugeschriebenen giftigen Pflanzen therapeutisch nutzte. Begründungen für die Verwendung, Ausgangsmaterialien und symbolische Inhaltsstoffe der europäischen Pharmakopöe werden ebenfalls untersucht, wobei die Hexensalben als nur ein kleiner Teil der wesentlichen und zeitlosen Accoutrements europäischer okkulter Praktiken offenbart werden.