Das Geheimnis der Zahlen - Taschenbuch
von Annemarie Schimmel (Autor), Franz Carl Endres (Autor)
Warum ist die Zahl Sieben in fast jeder Kultur glücklich – sogar heilig? Warum sprechen wir von den vier Himmelsrichtungen? Warum haben Katzen neun Leben (außer im Iran, wo sie sieben haben)? Von der Literatur über die Folklore bis hin zu privaten Aberglauben spielen Zahlen eine auffällige Rolle in unserem täglichen Leben. Doch in diesem faszinierenden Buch zeigt Annemarie Schimmel, dass Zahlen seit den frühesten Zeiten und in jeder Gesellschaft mit Geheimnis und Bedeutung erfüllt waren.
In Die Geheimnisse der Zahlen führt Annemarie Schimmel eine aufschlussreiche Tour durch die den Zahlen im Laufe der Jahrhunderte zugeschriebenen Geheimnisse durch. Sie beginnt mit einer informativen und oft überraschenden Einführung in die Ursprünge von Zahlensystemen: Vorrömische Europäer hatten zum Beispiel möglicherweise ein auf Zwanzig basierendes System, nicht auf Zehn (wie durch das englische Wort „score“ und das französische Wort für 80, quatrevingt – vier mal zwanzig – angedeutet), während die Mayas ein raffinierteres System als unser eigenes hatten. Schimmel enthüllt auch, wie unsere Faszination für Zahlen zu einer reichen gegenseitigen Befruchtung mathematischen Wissens geführt hat: „Arabische“ Ziffern wurden zum Beispiel von Europa von den Arabern übernommen, die sie zuvor aus indischen Quellen übernommen hatten („Algorithmus“ und „Algebra“ sind Verballhornungen des arabischen Autors und Buchtitels eines im mittelalterlichen Europa geschätzten mathematischen Textes). Doch das Herzstück des Buches ist ein fesselnder Leitfaden zur Symbolik der Zahlen. Die Zahlensymbolik, so zeigt sie, hat tiefe Wurzeln in der westlichen Kultur, von der Philosophie der Pythagoreer und Platoniker über die religiöse Mystik der Kabbala und der islamischen Bruderschaft der Reinheit bis hin zu Keplers Glaube, dass die Gesetze der Planetenbewegung mathematisch elegant sein sollten, bis hin zur unglücklichen Dreizehn. Nach der Erforschung der Quellen der Zahlensymbolik untersucht Schimmel einzelne Zahlen von eins bis zehntausend und erörtert die Bedeutungen, die sie für jüdische, christliche und islamische Traditionen hatten, mit Beispielen aus indischen, chinesischen und indianischen Kulturen. Zwei zum Beispiel wurde weithin als Zahl des Widerspruchs und der Polarität, eine Zahl der Zwietracht und des Gegensatzes angesehen. Und sechs ist nach altem und neoplatonischem Denken die vollkommenste Zahl, weil sie sowohl die Summe als auch das Produkt ihrer Teile ist (1+2+3=6 und 1x2x3=6). Anhand von Beispielen von der Bibel über die Mayas bis Shakespeare zeigt sie, wie Zahlen als weiblich und männlich, heilig und böse, glücklich und unglücklich angesehen wurden.
Als hoch angesehene Islamwissenschaftlerin schöpft Annemarie Schimmel aus ihrem immensen Wissen, um ein reiches, kulturübergreifendes Porträt der vielen Bedeutungen von Zahlen zu zeichnen. Fesselnd und zugänglich deckt ihre Darstellung die Wurzeln eines Phänomens auf, das wir alle jeden Freitag den Dreizehnten spüren.
Biografie des Autors
Annemarie Schimmel ist Professorin für indo-muslimische Kultur an der Harvard University. Als hoch angesehene Nahost-Wissenschaftlerin hat sie zahlreiche Bücher über islamische Literatur, Religion und Kultur geschrieben.